Drei Runden Kurvenkampf

Die Ironie im des Segelflugwetterberichtes für den Sonntag war absolut angemessen – bot der Blick an den Himmel doch eine geschlossene Decke um die 800 Meter und keinerlei Aussicht auf ordentliche Fliegerei. Dafür war ich also um 5.50 Uhr aufgestanden und nach Leipzig gegurkt… Nunja. Als erstes stand der Bocian zum abrüsten an, da ihn die Kollegen mit ins Fliegerlager nach Rheinsdorf nehmen wollten. Vorher wickelten wir den Flieger komplett in Stretchfolie ein, da wir für den Bocian nur einen offenen Hänger haben – er im Falle plötzlichen Regens sonst also komplett eingesaut würde. Dann ging es ans Lösen der Flächenbolzen. Eigentlich kein Ding: Sicherungssplint rausziehen, drehen bis es ein paarmal knackt und dann rausschrauben bis die Flächen lose sind. Soweit die Theorie. Nachdem sich drei Mann daran versucht hatten und wir sicherheitshalber noch einmal an einem abgerüsteten Bocian die richtige Drehrichtung überprüften nahm Chefdemontator Ulf die sache in die Hand und hatte es nach wenigen Sekunden erledigt. Wir hatten einfach nicht stark genug an den Flächen gewackelt…

Trotz der miserablen Aussichten räumten wir irgendwan unseren ganzen Krempel auf den Platz raus, natürlich ans andere Ende der Wiese, da der Wind irgendwie auf Nord-Norwest stand und das die enizige Möglichkeit war, mit Seiten- anstatt Rückwnwind zu starten. Da es zudem schweinekalt war, war der Platz im neuen Seilerückholfahrzeug überaus beliebt, denn hier funktionierte wenigstens die Heizung. Bernd und Thomas wollten mit der ASH 25 tatsächlich auf Strecke gehen, und das zudem mit defektem Motor, der sich aufgrund von Elektronikproblemen nicht ausfahren ließ. Wenn du mti diesem Geschoss irgendwo auf nem Acker liegst, haste plötzlich keine Freunde mehr, denn das Auf- und Abrüsten ist schon auf dem unebenen Flugplatz ne mindestens anderthalbstündige Aktion…

Irgendwann war ich dann auch dran und machte zuerst einen Flug mit Fluglehrer Sandro – immerhin war ich seit zehn Monaten nicht mehr alleine geflogen. Start, Flug, Landung – alles Top, trotz der widrigen Bedingungen. Konnte ich zufrieden mit sein, alles andere wäre allerdings angesichts der mehr als 300 Flüge in meinem Flugbuch auch absolut inakzeptabel gewesen. Also den hinteren Fallschirm rausgeworfen, Gurte zusammengeklöppelt und rein in die Mühle. Startcheck und Flosse hoch in Richtung Flugleiter. Linke Hand auf dem linken Knie, die ausklinkvorrichtung in Griffweite. Die Beschleunigung presst mich in den Sitz, dank der Schmerzfreiheit des Windenfahrers und des leichten Gegenwindes hebt der Bocian nach nichtmal zehn Metern ab. Vorsichtiges Steigen, dann volle Steigfluglage. 480 Meter, immerhin. Und siehe da, es zuppelte nach ein, zwei Kreisen sogar unter den Flächen. Aber es blieb ein Kampf, die zerrissenen Bärte einigermaßen rund zu bekommen. An jeder Null festbeißen, und das mit zwei Variometern, die konsequent gegensätzliche Werte anzeigen – alles andere als angenehme Fliegerei. Dementsprechend wusste ich auch nicht so richtig, an welcher Stelle ich bleiben sollte und wo es nicht lohnte und holte mir promt zweimal nen anschiss wegen miserabler Platzeinteilung ab. Der Erste Flug ging 13 Minuten, der zweite immerhin noch acht oder so. Als zweiter Flugtag der Saison einigermaßen zu verschmerzen. Mal gucken, was das nächste Wochenende bringt…

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