35 Grad und kaum Thermik

Der Wetterbericht log irgend was vom heißesten Tag des Jahres, und da dachte sich offenbar auch die Thermik, das tu ich mir nicht an. Bei Temperaturen jenseits der 35 Grad verfielen alle am Flugbetrieb beteiligten mehr oder weniger in waranähnliche Bewegungsmuster. Heißt: nichts schneller als unbeding notwendig. Während es sonst noch einigermaßen sinnvoll ist, sich bei derber Hitze ins Flugzeug zu verziehen und die etwas angenehmere Luft in einigen Hundert Metern Höhe zu genießen brachte das heute auch rein gar nichts. Erstens saß man trotz Einstellung sämtlicher Lüftungsklappen auf maximalen Durchzug wie im Backofen, und zweitens trug das Thermikfliegen sein übriges zur Überhitzung bei. Denn sofern man überhaupt welche fand im ewigen Blau des Himmels, musste man schon einigermaßen um sie kämpfen. Zwei Anläufe auf dem Piraten D-1827 – immerhin der mit funktionierendem Feinvariometer – reichten für eine gute halbe Stunde. Die Noten, die mir mein Fluglehrer dafür gab waren wahrscheinlich die schlechtesten, die je in meinem Flugbuch gestanden haben. Beim ersten Flug hatte ich die Landung komplett versemmelt (da ich noch lebe und auch der Flieger unbeschädigt blieb war es kein völliger worst-case), denn wenn man die Klappen im Enteil weiter voll draußen lässt, obwohl man eigentlich viel zu tief und viel zu langsam ist, dann kommt man natürlich viel zu kurz. Wäre auf der Straße am Flugplatzrand ein Eierlaster angekommen, dem hätte ich ein schickes, Flugzeugförmiges Loch in die Laderaumplane gestanzt. Nuja, im zweiten Anlauf gabs wenigstens ein bisschen Thermik, was mich dann dämlicher Weise dazu verleitete, bei 250 Meter auf Höhe der Position in der Südplatzrunde nochmal einzukreisen, was mich durch den Windversatz natürlich genau über den Startaufbau trieb. Wäre an sich kein Problem gewesen, wenn ich mir bei der Flugleitung per Funk das OK für das Überfliegen des Starts geholt hätte. Also gabs auch dafür Anschiss, der wahrscheinlich deutlich geringer ausgefallen wäre, wenn nicht mein ebenfalls Pirat fliegender Kamerad Arkady kurz zuvor nen Rüffel wegen ähnlicher Disziplinlosigkeiten bekommen hätte. Generell gabs heute mehr Miss- als Erfolgserlebnisse. Der Professor vergeigte insgesamt drei Slipversuche, Uli flog Thermik obwohl er andere Flugaufträge hatte und Roman machte seine letzte Kurve zur Abwechslung mal in rund 60 Metern höhe. Grund genug für die Fluglehrer, ihre Pappenheimer ordentlich zusammenzustauchen.

Fazit: Fliegen ist und bleibt dumm, teuer und gefährlich… 😉

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