F-Schlepp light und Landung hard

Das letzte Flugwochenende liegt zwar nun schon wieder etwas zurück, aber es ist eben nicht immer Zeit, gleich was dazu online zu stellen…

Der Samstag ging erstmal mit einer schlechten Meldung los – Windenfahrer Udo war aus unbekanntem Grund nicht anwesend. Da irgendwie keiner sonst zur Verfügung stand, der hätte einspringen können, wurden halt nur F-Schlepps gemacht, gemäß dem Motto „friß oder stirb“. So hatte ich dann auch wenig Wahl und begann mit Bernd Krause meine F-Schlepp-Ausbildung. Beim Flugspiel gingen wir die ganzen Details nochmal theoretisch durch. Grundsätzlich verlangt der F-Schlepp vom Segelflugzeugführer ein hohes Maß an Intuition, da mehr agiert als reagiert werden muss. Im Prinzip muss man die Bewegungen der Schleppmaschine vorhersehen, denn jede falsche Steuerbewegung endet nahezu zwangsläufig mit ziemlichem Geeier. Ansage war, den Flieger sobald es die Geschwindigkeit zulässt, vom Boden zu heben und dann in einer Höhe von etwa einem Meter hinter der Wilga herzuschweben. Das war leichter gesagt als getan, denn unser Platz hat in der Mitte einen hässlichen Buckel. Man schwebt also erst den Buckel hoch, und dann auf der anderen Seite wieder runter. Kurz darauf ging die Wilga dann endlich in einen ordentlichen Steigflug über und wir gewannen langsam an Höhe. Als Orientierung für die richtige Fluglage wies mich Bernd an, das Höhenleitwerk der Wilga mit den Fahrwerksdämpfern etwa auf einer Höhe zu halten. Die Querlage wird immer analog zum Schleppflugzeug eingenommen und leichte Kursabweichungen werden sanft mit dem Seitenruder korrigiert. So hing ich dann ziemlich überfordert am Schleppseil, dass direkt hinter einer Schleppmaschine irgendwie deutlich kürzer aussieht als wenn es auf dem Boden liegt…
Irgendwann kippte dann die Wilge über die linke Fläche ab und ich konnte gerade noch rechtzeitig auskuppeln. Motorpilot Andreas hatte aus unerfindlichen Gründen nur zweimal mit den Flächen gewackelt und nicht wie angekündigt dreimal. Auch gut, wir waren dann jedenfalls in der Luft. Richtig thermisch war es allerdings nicht und bereits nach vierzehn Minuten setzten wir zur Landung an, die Bernd aufgrund der extremen Seitenwindes größtenteils selbst machte. Kaum ausgerollt, ließen wir uns gleich wieder an den Start schleppen und das Spiel begann von vorn. Der zweite Start klappte wesentlich besser und Bernd schien ganz zufrieden mit meiner Leistung zu sein. Doch auch bei diesem Flug war uns die Thermik nicht hold, und aufgrund der Tatsache, dass es mittlerweile ziemlich spät geworden, war entschloss sich Bernd, direkt eine Heimlandung zu machen und bis ans Tor zu rollen. Konkret hieß das, dass ich den Bocian bis zum Ende es Queranflugs manövrierte und dann die Hoheit über die Ruder wieder an meinen Lehrer übergab. Der fackelte nicht lange, zog den Knüppel an den Bauch und trat dabei das rechte Seitenruder volles Rohr durch. Der Flieger nahm im Stürzen Geschwindigkeit auf und wir flitzten mit 170 Sachen in vielleicht zehn Metern Höhe über das Feld neben dem Flugplatz. Etwa auf der Mitte des Platzes zog Bernd wieder hoch, fuhr die Klappen aus und setzte zur Landung an. Kurz vor dem Tor rollten wir aus und zogen das Flugzeug gleich zum Putzen ins Objekt.

Am Sonntag zeigte sich das Wetter nochmal von seiner richtig kooperativen Seite. Mit Klaus Ledig war ein neuer Fluglehrer anwesend, der die Ausbildung übernehmen sollte. Für mich standen in erster Linie wieder Start- und Landeübungen auf dem Programm. Die ersten drei Flüge waren thermisch mehr oder weniger scheiße, da kaum zusammenhängende Aufwinde in der Nähe des Platzes zu finden waren. Der vierte Flug hingegen hatte es ordentlich in sich, da sich nun doch noch Thermik entwickelt hatte. Östlich vom Platz kreisten wir zusammen mit einem weiteren Bocian, in dem Rolf mit Sandro Fluglehrerausbildung machte sowie einer von Uwe Tessman pilotierten DG 300 und Uwe Hölling in seiner Kestrel zusammen in einem großen Thermikbart. Das ging da schon mitunter ziemlich eng zu, man konnte den anderen förmlich auf die Instrumente gucken. Nachdem wir uns auf etwa 700m hochgeschraubt hatten, flogen wir an die Nordgrenze des Platzes und ich übte reichlich Kurven- und Kreisfliegen. Klaus machte sehr klare Ansagen und ich bekam zunehmend ein Gefühl dafür, wie man Kreise durch Aufrichten des Fliegers und wieder Querruder geben in die gewünschte Richtung verlagern kann, um beispielsweise die Thermik zu zentrieren und „rund zu bekommen“. Nach guten 40 Minuten setzten wir zur Landung an. Die war allerdings durch zu spätes Abfangen etwas hart. Nach Ende der Formalitäten hatte ich dann endlich meinen Kurvenflug als Bestanden im Ausbildungsnachweis stehen.

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