HP & L

Human Performance an Limits – presented by Bernd Schmehl. Ein sehr interessantes, wenn auch in der Privatfliegerei bisher eher belächeltes Theoriefach, dessen Inhalte bei Nichtbeachtung allerdings für über 80% aller Flugunfälle verantwortlich sind.

Am Anfang der Sitzung stand der zentrale Satz, dass der Mensch eigentlich nicht zum Fliegen geeignet ist. Generell ist darüber hinaus festzustellen, dass 9 von 10 Unfällen durch psychische Probleme beim oder im Zusammenhang mit dem Fliegen verursacht wird – körperliche Totalausfälle sind eher selten. Zielstellung von HP & L ist es demnach, die Zuverlässigkeit des Mensch-Maschine-Systems zu verbessern, eigene physische und psychische Grenzen kennen zu lernen und damit die allgemeine Flugsicherheit zu erhöhen.

Angefangen von rein körperlichen Grenzen wie Sauerstoff- und Flüssigkeitsbedarf, Druckbelastungen im Flug sowie Reaktionen des Körpers auf Beschleunigungen über psychische Dispositionen wie Stress, persönliche Probleme und Leistungsfähigkeit in Abhängigkeit vom Erregungszustand bis hin zu Risiken und Risikomanagement reichte die Palette der besprochenen Inhalte. Wichtigster Punkt überhaupt: der I´M SAFE-Check: Anhand der Anfangsbuchstaben sollte vor jedem Flug der eigene Zustand überprüft werden.

  1. I – Illness – bin ich krank?
  2. M – Medication – habe ich Medikamente genommen, die evt. Fluguntauglich machen?
  3. S – Stress – habe ich Probleme, die mich beschäftigen und vom Fliegen ablenken?
  4. A – Alcohol – bin ich nüchtern?
  5. Fatique – Ermüdung – bin ich ausgeschlafen und fit?
  6. Eating – habe ich genug gegessen und getrunken?

Wenn nur einer dieser Punkte nicht zufriedenstellend beantwortet werden kann, sollte man den Flug definitiv lassen.

Gegen Ende gab es eine Diskussion über den vereinsinternen Umgang mit Fehlern im Flugbetrieb. Bernd plädierte für möglichst weitgehende Offenheit, da nur durch das Diskutieren von Fehlern die anderen Vereinskameraden daraus lernen können und entsprechend alle von steigender Sicherheit profitieren. Als eine mögliche Idee für die offene, aber gleichzeitig anonyme Fehleranalayse war ein schwarzes Brett, an das jeder ohne Angabe des Namens seine Fehler heften konnte, damit sie im großen Kreis analysiert werden können.

Abschließend arbeiteten wir uns duch 116 mögliche Fragen, die eventuell in Dresden bei der theoretischen Prüfung drankommen könnten. Bis auf drei, vier Ausnahme, bei denen es um Täuschungen bezüglich der Flughöhe auf geneigten Landebahnen ging, ließen sich alle Fragen mit etwas Nachdenken problemlos beantworten.

2 Kommentare zu „HP & L

  1. also segelflug, ja? wie umweltfreundlich 🙂 ist das eine spätfolge der klima-themenseite und deiner flughafenrecherchen? 😀

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