Wetter Wetter Wetter

Neues Thema, neuer Ausbilder: Meteorologie, soweit möglich verständlich aufbereitet von Bernd Krause.

In Anbetracht der Tatsache, dass der Segelflieger nur dann oben bleibt, wenn die Wetterlage ab und an etwas Aufwind bereitstellt, scheint eine gewisse Grundbildung in diesem Fach durchaus angebracht. Los gings mit dem grundlegenden Aufbau der Atmosphäre, charakteristischen Temperaturen und Luftdrücken bestimmter Höhen. Dann kamen Messgeräte für alle möglichen und unmöglichen Wettererscheinungen dran. Im Anschluss gings ans Rechnen: Standarddruck von 1013,25 hPa in die altertümliche Einheit Torr (entspricht mm Quecksilbersäule) umwandeln, da die Höhenmesser in älteren Fliegern noch mit dieser Maßeinheit arbeiten. Schlussendlich wurde uns eingebläut, wie wir die tausend Hiroglyphen auf einer Wetterkarte zu einem uns verständlichen Bild der Wetterlage zusammenbasteln können.

Tags darauf wieder ein neues Gesicht: Bernd Knösing referierte über das Verhalten in besonderen Fällen. Besondere Fälle umfasst im Prinzip alles zwischen abgerissener Tragfläche und leerem Bierkasten im Vereinsheim. Im Ernst, in erster Linie ging es um mögliche Unfallursachen wie Gewitter und technisches Versagen und wie man diesen Gefahren am besten begegnet. Für besondere Erheiterung sorgte ein Manöver mit dem bestechenden Namen „kontrollierter Ringelpiez“. Gemeint ist dabei ein Plan B für zu kurze Außenlandefelder: Gesetzt dem Fall, die Diagonale des ausgewählten Landefeldes reicht nicht aus, um den Flieger vor Hindernisses zum Stillstand zu bringen, wird mit dem Querruder die zur Innenseite des Platzes liegende Tragfläche auf den Boden gedrückt. Das Flugzeug wird daraufhin eine relativ zügige (um nicht zu sagen schlagartige) Drehung um die Hochachse vollführen und sofort um 180° gedreht stehen bleiben. Um den Sporn zu entlasten und einen Bruch des Rumpfes zu vermeiden, wird der Knüppel etwas gedrückt, damit der Arsch vom Boden wegkommt. Wenn man Glück hat wird der Flieger nur gering beschädigt, wenn man Pech hat, kann man direkt den gelben Sack holen.

Das erinnert mich an einen Dialog zwischen Uwe Hölling und Rolf Barthel, in dem Rolf meinte, eine Landung ist OK, wenn die Trümmer nicht mehr als 150m vertreut liegen und in eine Richtung zeigen, GUT, wenn der Pilot noch selber aussteigen kann und AUSGEZEICHNET, wenn das Flugzeug nochmal verwendbar ist.

Mehrweg lautet also das Gebot…

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