Geflogen und geflucht. Flug 5 zeigt, was passiert, wenn man das Programm so wenig kennt, dass man am Ende völlig ausrastet, weil man glaubt, in der vorletzten Figur falsch abgebogen zu sein und damit diese und die letzte genullt zu haben. Im Abwackeln fange ich an, wild rumzubrüllen, was bis zum Aussteigen nicht aufhört. Danach zerknülle ich den Zettel, ziehe den Flieger voller Wut zum Camp und tanze wieder der Tasmanische Teufel zwischen den Anhängern rum.
Als das alles wenigstens ein bisschen verraucht ist, fahre ich zum Start und helfe den anderen. Während Nicks Programm stelle ich mir die Frage, warum der in den letzten beiden Figuren den gleichen Scheiß fliegt wie ich. Oder ob ich vielleicht gar nicht falsch abgebogen bin. Und, Tatsache, die Figuren waren richtig rum. Die Punkte sind zwar einmal mehr ein Witz – auch dieses Programm bleibt deutlich unter 70 Prozent – war der ganz große Aufreger umsonst.
Abend Nationenabend. Richtigen Bock habe ich nicht, tauche dann aber doch irgendwann im Teamshirt zwischen den anderen auf und werfe mich mit Colabier auf eins der Sofas im Partyzelt. Spitzi versucht zu ergründen, warum es bei mir so läuft, wie es läuft, kommt aber zu keinem handfesten Ergebnis. Auch Robin versucht, mir klarzumachen, dass alleine die Tatsache, hier zu fliegen, ein Erfolg ist, der 99% aller anderen Segelflieger in Deutschland nie vergönnt sein wird. Ja, hat er einen Punkt, das ändert aber nichts daran, dass ich meine eigenen Ansprücke massiv gerissen habe. Es war nie Ziel, hier vorne mitzufliegen, aber irgendwo im Mittelfeld hab ich mich schon gesehen. Können andere, die ihre erste WM fliegen, ja auch.
So bleibt es bei Platz 22 von 26 Teilnehmern. Und bei meiner Meinung, dass man mit solch einer Performance auch nicht zwingend bei einer WM fliegen muss…
Ein Programm kommt noch, Donnerstag oder Freitag. Ich erwarte nicht mehr viel, nichtmal, dass es Spaß macht. Ich wills nur noch erledigt wissen und dann nach Hause. Der Berg an Arbeit, vor allem an psychologischer, ist riesig. Und ohne Hilfe wird der nicht zu schaffen sein…
Lars, vorne weg, großen Respekt, dass du auf der WM warst und es durchgezogen hast! Ich will dir keine aufmunternden Worte mitgeben, wie du sagst, du willst sie nicht Mal hören. Und das verstehe ich. Was mir seit Jahren auffällt: du schreibst tolle Artikel und noch bessere Blogs. (Klar damit verdienst du auch dein Geld…).
Ich weiß nicht ob das dir mal jemand gesagt hat, oder ob das nur ein dummes Hirngespinst ist: schreibe dir doch deinen eigenen Blog für jedes Programm. Vor jedem Flug. Vielleicht ist es die mentale Vorbereitung die einfach Lars ist. Schreibe dir auf wie du dich vorbereitest, den Schlepp, den Kunstflug. Schreibe dir deinen Fahrplan, das was du machen wirst. Weil du kannst fliegen und das hast du auch schon oft genug gezeigt. Verbinde das was du kannst. Nicht später über dich schimpfen, schreibe vorher das Drehbuch!
Kopf hoch und komm sicher nach Hause. Bis bald hoffentlich, Mo