Nachdem nun lizenzmäßig alles in trockenen Tüchern ist, gilt es, Pläne für die Saison 2015 zu schmieden. Zwei essenzielle Ziele habe ich mir für das Jahr gesetzt: Die Silber-C fliegen – also fünf Stunden Dauerflug, Höhengewinn von 1000 Meter und mindestens 50 Kilometer als gerade Strecke. Das sollte grundsätzlich irgendwie drin sein. Zweites Ziel ist es, wenigstens ein Wochenende Wandersegelflug zu machen. Heißt konkret: Den Gepäckraum des Piraten mit Zelt, Schlafsack, Isomatte, Kochgeschirr und Proviant vollstopfen und von Perleberg aus einen anderen Platz ansteuern, dort übernachten und am nächsten Tag zurück fliegen. Realistische Ziele wären beispielsweise Kyritz, Uelzen, Salzwedel, Neustadt-Glewe oder Pinnow. Voraussetzung ist freilich, dass die Kameraden am anderen Platz am Sonntag auch Flugbetrieb machen, damit ich wieder weg komme…

Das erste Highlight der Saison dürfte – vom Anfliegen mal abgesehen – die Bad Breisinger Segelflugwoche werden. In der Segelfluggruppe auf Facebook war ich zufällig auf die Einladung gestoßen. Da explizit auch Anfänger im Streckenflug zu diesem Wettbewerb eingeladen sind und die Veranstaltung genau in meinen mir ohnehin zwangsverordneten Urlaub fällt, wäre es töricht gewesen, diese Chance auszuschlagen. Noch bevor ich die Modalitäten im Detail erfasst und mit meinem Verein in Perleberg Rücksprache gehalten hatte, war meine Anmeldung abgeschickt und registriert. 90 Euro Startgeld, 25 Euro fürs Camping und Start im F-Schlepp für 30-35 Euro, das klang verlockend. Ich hab mal rotzfrech die LS1 als Flugzeug angegeben, ohne zu wissen, ob ich den Bock überhaupt mitnehmen darf oder nicht. Ich würde da ja auch schmerzfrei mit dem Piraten auflaufen, aber bei 130 Kilogramm Mittelflügel hätte ich spätestens am dritten Tag bei allen anderen Anwesenden verschissen, vom Drama des Abrüstens auf einem Feld infolge einer Außenlandung gar nicht zu reden.
Immerhin gaben mir meine Vereinskameraden Rückendeckung. Frank meinte, so käme die „Else“ wenigstens mal richtig in die Luft, und auch Fluglehrer Bernd war der Meinung, dass ich noch genug Zeit hätte mich auf sie einzufliegen.

Am vorvergangenen Wochenende war dann Putzen angesagt, sodass der Vogel von Außen wieder richtig strahlte, und unter der Woche habe ich immerhin mal eine Sitzprobe gemacht. Fazit: Man sitzt in dem Ding einfach nur scheiße. Das hatte ich zwar schon mehrfach gehört, aber eben nie selber ausprobiert. Bis zum Saisonstart heißt es also, mit Decken unterm Arsch und Rückenkissen irgend sowas wie Bequemlichkeit in das Cockpit zu bringen. Außerdem muss sie technisch noch einmal durchgesehen und das Flarm aus dem Piraten eingebaut werden. Auf Strecke mit 20 anderen Flugzeugen will ich auf die Heule dann doch nicht verzichten.

Nächster Punkt war der Anhänger für die LS1. Der TÜV war bereits Mitte 2014 abgelaufen, und wie es technisch um das Gefährt stand, konnte ich nur mutmaßen. Allerdings hatte meine Drohung, mir einen Termin beim Prüfinschenöööör zu holen, offenbar meine Kameraden aufgeschreckt. Frank hatte das Stützrad und die Handbremse gangbar gemacht und Horst den Hänger aus der letzten Ecke der Halle gezerrt und direkt ans Tor gestellt. Nachdem ich tatsächlich die Papiere sauber abgeheftet aufgefunden hatte, stand der Fahrt zum TÜV nichts mehr im Wege.
Sicherheitshalber hat mir der Ingenieur eine Visitenkarte mit Termin, Kennzeichen und Siegel mitgegeben, für den Fall, dass mich doch ein Ordnungshüter anhält und den abgelaufenen TÜV beanstandet. So ging es heute um 19 Uhr auf den Flugplatz, und als ich dort ankam, war es natürlich stockfinster. Dank Kopflampe ohne Blessuren zwischen den Flug- und Fahrzeugen durchgemogelt, Tor aufgeschoben und den Hänger an den Haken genommen. Beleuchtungscheck, Bremstest, Luftdruckkontrolle. 1,5 bar schienen zu wenig, gut ein Bar nachgelegt und los gings. Wenn man das erste Mal rund acht Meter Trailer hinter sich herzieht, ist das schon komisch, aber das im Dunkeln zu probieren grenzt gleich mal an Größenwahn. Irgendwie hab ich es dann aber doch ohne Schaden an Zäunen, Torpfosten oder gar am Anhänger geschafft, vom Platz runter auf die Straße zu kommen, und kaum auf der B189 ging es mit Tempo 85 entspannt nach Wittenberge. Ich bin mal schwer gespannt, ob ich das auch noch entspannt finde, wenn ich 550 Kilometer bis in die Pfalz auf den Flugplatz Mönchsheide fahre…
Wie mit dem Tüffonkel abgesprochen hab ich ihm den Hänger einfach auf den Hof gestellt und dort mit ner Eisenkette angeschlossen, damit das Ding auch ja keiner klaut. Je nachdem wie die Diagnose nun ausfällt, kann die Werkstatt meines Vertrauens gleich nebenan ggf. notwendige Reparaturen machen, damit die Else sicher in die Pfalz kommt.
Am Wochenende wird dann wohl nochmal Werkstattarbeit anstehen, um das Geflügel fit für die Saison zu machen. Am 28. wird in Taucha aufgerüstet, und zum Anfliegen einen Tag später will ich da Präsenz zeigen – für den Nachmittag ist eine Schleppmaschine angekündigt, und ich brauche dringend fünf F-Schlepps. Hintergrund ist, dass die Else nur eine Schwerpunktkupplung hat, und um an dieser hinter dem Schleppflugzeug zu starten, werden fünf Schlepps in den letzten sechs Monaten verlangt… Hoffen wir, dass es klappt…

Ein Kommentar zu “

  1. Oder magdeburg sollte als ziel für deinen wandersegelflug drin sein, der club ist samstag und sonntag voll im gange und selbst unter derwoche sind fschlepp kein problem! Guten flug

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