Medical

Arztbesuche sind mindestens lästig, zumeist auch zeitaufwändig. Wenn sich dazu noch exorbitante Kosten gesellen, ist die Lust, sie wahrzunehmen, gleich null. Im Rahmen der Ausbildung zum Segelflugzeugführer sind sie notwendiges Übel, oder besser gesagt, das übelste Notwendige. Drei Untersuchungen standen im Rahmen der Tauglichkeitsprüfung auf dem Programm:
Ad 1 der Fliegerarzt. Normalerweise reicht Fliegerarzt Klasse 2 aus, um das für den Privatflugzeugführer notwendige Medical Klasse 2 zu bekommen. In meinem Fall lag das etwas anders, da ich durch mein allergisches Asthma und zu kleines Lungenvolumen zu einem Klasse-1-Arzt musste, der zugleich als Sachverständiger für die Klasse zwei fungiert. Gottseidank sitzt der einzige Klasse-1-Arzt Sachsens in Leipzig. Der Kollege überprüfte im Wesentlichen Körperbau, Reflexe, Lungenfunktion und Blut- und Urinwerte.
Ad 2 der HNO-Arzt. Das war mal wirklich witzig, insbesondere die Untersuchung des Gleichgewichtssinns: Mit einem dünnen Schlauch wird etwa 30 Sekunden lang Wasser ins Ohr gespült. Anhand der Muskelzuckungen, die von im Gesicht aufgeklebten Elektroden registriert werden, kann der Arzt feststellen, ob der Gleichgewichtssinn richtig funktioniert. Kaum hört das Sprudeln des Wassers auf, fängt alles wie wild an sich zu drehen. Ich musste mir die ganze Zeit das Lachen verkneifen, denn eine Achterbahnfahrt war echt ein Witz dagegen, wie es mich auf der Pritsche des HNO-Arztes drehte. Im Anschluss folgte ein Hörtest und zum Abschluss eine Ultraschalluntersuchung von Nasenneben- und Stirnhöhlen.
Ad 3 der Augenarzt. Neben den üblichen Sehtests, in denen Schärfe, räumliches Sehen und Farbsehen überprüft werden ist die Messung des Augeninnendrucks und die Untersuchung der Netzhaut obligatorisch. Zudem wird das Gesichtsfeld gemessen, um sicherzustellen, dass der angehende Pilot auch wirklich alles um sich herum wahrnimmt.

Alles in Allem ein teurer Spaß, aber da ich in der vergangenen Saison schon über 700 Euro in die Fliegerei versenkt hatte, kam es auf die 450 Euronen dann auch nicht mehr an. Und für ein so schönes Hobby ist das Geld definitiv gut angelegt.

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